{"id":9853,"date":"2014-09-15T23:57:20","date_gmt":"2014-09-15T22:57:20","guid":{"rendered":"http:\/\/bilderbox.arne-richter.de\/blog\/?p=9853"},"modified":"2014-09-26T13:23:23","modified_gmt":"2014-09-26T12:23:23","slug":"ein-neues-land-bereisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bilderbox.arne-richter.de\/blog\/archiv\/9853","title":{"rendered":"Ein neues Land bereisen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Wie was wo? Jahaaaaa, schon lange stand Bulgarien auf der Wunschliste. Nachdem sich zun\u00e4chst kein Mitfahrer fand &#8211; alleine wollt ich das nicht angehen &#8211; ergab sich die M\u00f6glichkeit mit Ingo. \u00dcber den sehr r\u00fchrigen Osteuropa-Pressesprecher der DB Schenker Rail konnte schon vor dem Islandurlaub alles Notwendige gekl\u00e4rt und nachfolgend die Fl\u00fcge festgezurrt werden. Neben einem Besuch der DB in Pirdop sollten ein Tag an der Strecke, zwei Tage Rhodopenbahn und ein Tag rund um Sofia drin sein. Vorplanung war nicht gro\u00df m\u00f6glich wegen Island etc., also sollte das vor Ort alles recht spontan ablaufen. Zu Alledem kommen f\u00fcr mich kurzfristig noch zehn Extraseiten anl\u00e4sslich der Innotrans dazu, werden also kurze N\u00e4chte&#8230;<\/p>\n<p>Tja, und nun ist es so weit. Angesichts der nur alle zwei Stunden m\u00f6glichen schnellen Verbindungen nach Berlin nehme ich sicherheitshalber dann doch den Zug um 6:30 Uhr, fahre spontan bis S\u00fcdkreuz und dann den Ring linksherum rauf Richtung Flughafen und weiter. H\u00f6he Westhafen meldet sich Ingo, der schon fast am TXL ist. Also kehrt machen und ab in den Bus. Touchdown 11 Uhr &#8211; wunderbar!<\/p>\n<p>Wir checken am Automaten ein, was eine gute Idee war angesichts der sp\u00e4ter entdeckten Schlangen au\u00dferhalb der baggage drop off-Linie. Der ganze Flughafen macht einen recht gest\u00fcckelten und \u00fcbergangsweisen Eindruck. Vor dem Sicherheitscheck wird noch etwas gem\u00fcmmelt, freie Sitzgelegenheiten sind aber Mangelware &#8211; grrrrrrrrrr. Sicherheitscheck und Boarding in einem au\u00dferhalb errichteten Zeltdingens. Au weio.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/bilderbox.arne-richter.de\/bilderbox2014\/img104.jpg\" \/><br \/>\nJa, und dann geht es los. Flug ist recht ruhig, auf einer Karte kann man auf den Monitoren sch\u00f6n verfolgen, wo wir gerade sind. Neben uns beiden sitzt noch eine Dame in der Reihe, die Ingo gleich f\u00fcr eine Bulgarin h\u00e4lt und anquakt. Leider eine Entt\u00e4uschung, sie kommt nicht aus dem Zielland.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/bilderbox.arne-richter.de\/bilderbox2014\/img_8035.jpg\" \/><br \/>\nP\u00fcnktliche Landung &#8211; die gro\u00dfen Fenster des Flughafengeb\u00e4udes erm\u00f6glichen ein Foto unserer Maschine. Wetter leider wie erwartet Kacke :-(<\/p>\n<p>Und \u00fcberall kyrillische Schrift &#8211; au weio, das wird was werden. Ingo kann aus Schulzeiten noch russisch und das hilft uns oftmals weiter.<\/p>\n<p>Wagen haben wir bei &#8222;Enterprise&#8220; bestellt, aber ein gleichnamiges Raumschiff bekommen wir leider nicht. In dem extrem kleinen &#8222;Rent a car&#8220;-Parkplatz t\u00fcrmen sich zahlreiche Fahrzeuge &#8211; f\u00fcr uns ist ein Suzuki SX gedacht (km Stand 108.499 km). Kurzer Rundumcheck, Erkl\u00e4rung der Funktionsweise des Autos (so eine Kiste, wo man den Z\u00fcndschl\u00fcssel gar nicht mehr einstecken muss) und los&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/bilderbox.arne-richter.de\/bilderbox2014\/img_8037.jpg\" \/><br \/>\nAchneee, geht ja gar nicht. Sind zugeparkt. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend, ein fettes Unwetter mit krassen Blitzen ist im Anmarsch. Da haben wir mit der Landung echt Megagl\u00fcck gehabt!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bilderbox.arne-richter.de\/bilderbox2014\/ingo4.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\nN\u00e4chste H\u00fcrde: Die Vorg\u00e4nger haben die Karre mit extrem leerem Tank abgegeben. Ingos Navi findet eine Tanke nicht weit ab. Rund 49,5 Liter pumpen wir in den 50 Liter-Tank. Das nenne ich mal knapp!<\/p>\n<p>Wir machen uns stadtausw\u00e4rts Richtung Pirdop, wo wir ein Hotel gebucht haben und ja morgen der erste Gro\u00dftermin steigen soll. Ich biege\u00a0 nat\u00fcrlich erst mal falsch ab, Ingos Navi kennt die neue Stra\u00dfe noch nicht und erst nach einigem Quergeorgel sind wir wieder auf der richtigen Stra\u00dfe. Zwischendurch geht ein fetter Schutt auf uns nieder &#8211; hoffentlich ist das nicht die ganze Woche so :-\/<\/p>\n<p>Ingo hat dankenswerterweise ein Kursbuch besorgt, dass eine Fotom\u00f6glichkeit kurz vor dem heutigen Ziel offenbart. In Chelopech sehen wir nette F\u00f6rdert\u00fcrme, also ab.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/bilderbox.arne-richter.de\/bilderbox2014\/img_8039.jpg\" \/><br \/>\nEs ist schon megadunkel, es nieselt leicht, aber ein Bildchen vom Auto ist drin.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/bilderbox.arne-richter.de\/bilderbox2014\/img_8046.jpg\" \/><br \/>\nLeider kommt kein Zug &#8211; keiner der beiden laut Tabelle. Mhhhhhhhhhhhhhhh! Die n\u00e4chsten Tage sollte wir noch einige Male lernen, das das mitgebrachte Kursbuch nur bedingt brauchbar sein sollte.<\/p>\n<p>Die Mine im Hintergrund produziert \u00fcbrigens Kupfer und Gold (<a href=\"http:\/\/www.dundeeprecious.com\/English\/operations\/producing-mines\/Chelopech\/overview\/default.aspx\">Quelle<\/a>):<\/p>\n<blockquote><p>The Chelopech Mine is located in central-western Bulgaria approximately 70 kilometres east of Sofia, the national capital, on the southern flank of the Balkan Ranges. The deposit lies in the northern part of the Panagyurishte mining district where a number of copper-bearing massive sulphide and porphyry copper deposits exist.\u00a0 The Mining License covers an area of 266 hectares and includes the area of the Chelopech mining operation and the immediate surrounds.\u00a0 The Company owns the land upon which the facilities are constructed and operates under a concession agreement that was granted by the Republic of Bulgaria in 1999 for a period of 30 years.<\/p>\n<p>Access to the Chelopech Mine is via major roads from Sofia.\u00a0 The principal rail and road links between Sofia and the country\u2019s largest port, Bourgas, which is located on the Black Sea, pass through the village of Chelopech and the Chelopech Mine site.\u00a0 Chelopech has good infrastructure due to its proximity to major roads, power lines, communication facilities, water sources and the town of Pirdop.<\/p>\n<p><strong>History<\/strong><\/p>\n<p>Since the mine started in 1954, it has produced approximately 19.7 million tonnes of ore at just over 1.2% copper. Production as a state-owned company reached 100,000 tonnes per annum in 1971. It quadrupled in 1976 following an expansion program and the construction of a new concentrator, peaking at 512,000 tonnes per annum in 1988 before trailing off rapidly between 1990 and 1992.<\/p>\n<p>Prior to 1990, the Pirdop smelter, located seven kilometres east of Chelopech, accepted the sulphide-rich concentrates from Chelopech and blended them with cupriferous concentrates from the nearby Elatsite Med and Assarel Medet mines. The relatively high content of arsenic in the Chelopech copper concentrates led to the Bulgarian Government decreeing on April 1, 1990 that Chelopech concentrate could no longer be treated at the Pirdop smelter. In February 1992, the mine was placed on care and maintenance and in 1993, Navan gained ownership and committed to the reopening of the mine.<\/p>\n<p>Operations were restarted and continued with concentrate sale to smelters around the world. In 1999, the privatization agreement with the Bulgarian government was completed. Navan operated the Chelopech Mine until late 2002, when it went into bankruptcy. Mining operations continued during 2002 and 2003.<\/p>\n<p>On September 30, 2003, DPM, through certain of its wholly-owned subsidiaries, completed the purchase of the Bulgarian mining assets from Navan and Deutsche Bank AG of London which included the Chelopech Mine.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aha, ich schlu\u00dffolgere daraus, dass das Kupferwerk in Pirdop heute die Rohstoffe gar nicht mehr aus dem benachbarten Chelopech bezieht, sondern aus der ganzen Welt und dann \u00fcber den Hafen Burgas sowie die Bahn. Chelopech-Kuperkonzentrat wird hingegen in Namibia verarbeitet. Krank! Beide Bahnabschnitte in Bulgarien f\u00e4hrt \u00fcbrigens die DB :-)<\/p>\n<p>Egal, wir machen uns weiter gen Hotel. Die Adresse kennt Ingos Navi bl\u00f6derweise nicht, also werde ich mein iPad an und investiere $$$ wegen Auslands-Internet. Gegen 20 Uhr haben wir das <a href=\"http:\/\/www.borovagora.com\/\" target=\"_blank\">SPA Hotel Borova Gora<\/a> (Slogan: &#8222;The First Hotel-Butique&#8220; *pruuuuuuust*) endlich erreicht, das auf einem H\u00fcgel liegt. Die Fahrt dorthin ist abenteuerlich und f\u00fchrt \u00fcber ziemlich rottige Wege und eine Serpentinenstra\u00dfe. Ziemlich viele dicke Karren vor der H\u00fctte &#8211; die geh\u00f6ren aber zum Treffen des \u00f6rtlichen Rotary-Clubs, wie wir sp\u00e4ter merken.<\/p>\n<p>Das ganze Hotel riecht wie die 1980er Jahre und sieht auch so aus. Ostblockcharme. Die ausliegende Brosch\u00fcre verr\u00e4t mehr \u00fcber die Geschichte: Das ganze Dingen samt Pool, Tennispl\u00e4tzen etc. geh\u00f6rte fr\u00fcher zum staatlichen Kupferbergwerk, das ja Ende der 1990er Jahre privatisiert wurde. Der neue Eigent\u00fcmer \u00fcbernahm den Wellnesshotelprotzkomplex allerdings nicht, es folgten ein paar Jahre des Leerstandes sowie eine Renovierung unter neuer, privater Eigent\u00fcmerschaft. Also ein Haus mit Geschichte, wo fr\u00fcher die Staatsfunktion\u00e4re sicher opulente Parties gefeiert haben. Heute verirren sich bestimmt nicht so viele Leute nach Pirdop. Folglich machen auch Tenniscourt und wasserleerer Pool einen ungenutzten Eindruck.<\/p>\n<p>Egal, wir haben Hunger! Der Ober des Restaurants, wo auch die Rotarys tagen, bem\u00fcht sich sehr bei der Kommunikation auf Englisch. Es gibt f\u00fcr mich Pfeffersteak, Ingo g\u00f6nnt sich eine massive Grillplatte. Als Bedecker gibt es einen warmen Schokonachtisch mit Eis. Ich g\u00f6nne mir noch zwei Stunden am Rechner, dann geht niks mehr&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie was wo? Jahaaaaa, schon lange stand Bulgarien auf der Wunschliste. 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