Zum Kaffeekranz nen kleinen Schwanz
So, Zeit für die tägliche Runde zum Bahnhof. WFL 20 war schon vorgemeldet, das Wetter ein Graus. Stündlicher Wechsel von dichten Wolken und blauem Himmel – gepaart mit strong wind. Gegen 15 Uhr schnappe ich mir als „Kaffeerundfahrt“ den Drahtesel und mache mich zum BÜ Alter Postweg.

Kein Zug mit Schwellen zu sehen, nur diese nette Komatsu-Raupe von 1992.

Watch out – ich werde künstlerisch ;-)

Am Nordkopf werde ich fündig. WFL 20 wartet auf die Fertigstellung der Weiche. Ich frage (übrigens bewarnwestet) bei zwei Sipos und dem Tf kurz nach ob Fotos okay und wechsle dann auf eine Kiste.

Ees folgen ein paar Detailaufnahmen.

DAS ist noch (lecker) Technik!

Zweiundneunzigachtzigzwölfachtzundzwanzichfünfnulleinsstrichdrei *lufthol* Dewefl

Ich mag das Logo :-)

Und noch ein paar Rundungen.
Wer noch Lust und Popcorn vorrätig hat, darf sich die nachfolgenden Zeilen „reinziehen“ (Gunnar, DAS wird Dir gefallen).
Kurz nach meinem letzten Foto kommt ein Typ wichtig angedappelt und fragt nach meinem Anliegen. Ich erläutere kurz und mein Gegenüber bittet demnächst um Anmeldung „beim Chef“. Ah, okay, also hat er wohl niks zu geigen hier. Er übernähme das heute mal.
Soweit, so gut. Ich schnacke noch etwas mit dem Tf, als nicht nur dicke Wolken von Süden als auch zwei NOCH wichtiger aussehende Juffels angeeiert kommen. Einer, vsl. mit Türstehererfahrung macht sich hinter der Lok rum um, wie ich vermute, mir den Weg abzuschneiden, der andere zückt gleich sein Handy. Früher hätte man sich bei so einem Szenario in die Hose gekackt, nach 25 Jahren Knipserei ist man eeeeeeeeetwas abgebrühter.
Kein Hallogutentach, es wird gleich losgepoltert: „Papiere bitte“. Hab ich natürlich nicht. Was ich da zu suchen hätte. Kurze Erläuterung des (eigentlich schon hinter mich gebrachten) Anliegens, des Kontaktes zum Lokeigentümer, der Vorherfragung bei den Anwesenden, der bereits erfolgten Ermahnung etc. Er will eine Genehmigung sehen. Ich bleibe (noch) freundlich, denn zunächst würde mich interessieren, mit wem ich es zu tun hätte. Mein Gegenüber kann sich nicht ausweisen. „Na, dann steht´s 1:1“ meine ich, die Rotte giggelt, der Tf meint „Nu lass doch mal die Kirche im Dorf, der Kollege macht doch nur Fotos und steht weit außerhalb der Baustelle“.
Ich solle mich verpissen, die Bauarbeiter wären durch mich genervt (ach?) und wollten nicht auf Bildern zu sehen sein (gut, dass ich nur die Lok knipste). Außerdem sei das halt Bundesbahn(!!!)gelände. Ich bitte zunächst um einen etwas freundlicheren Ton, wenn wir hier etwas klären wollen. Ich frage außerdem nach dem groben Grenzverlauf, um mich dann außerhalb positionieren zu können. „Alles hier. Außer Straßen und dem Bahnübergang“. Ich könne ja von da aus fotografieren. Aha! Wieder was gelernt. Er würde jetzt eh die Polizei rufen, ich würde mich ja weigern, zu verschwinden. Ich meine nur dass er mein Verharren am Ort während wir sprechen doch bitte als Höflichkeit und nicht als Weigerung ansehen soll.
Ich hab irgendwie genug von dem Theater, wünsche „juten Tach“ und dappele zum BÜ, um von dort aus noch so etwas zu tun, als würde ich die Bauarbeiten knipsen. Gleich kommt sir shrink-tha-dick um die Ecke und meint das wäre auch verboten. Ach, wie? Eben war das noch der place to be für Fotografen und jetzt doch nicht? Das würde ich nicht verstehen? Nu is mir aber zu blöd, die Wolken sind eh voll da und meine geplante Zeit für den Ausritt auch vorbei.
Morgen dann wieder entspannter Treckerfuzz mit Holger (Langhoff, ausm Dorf) :-)
Zonenrandgebiet! Da ist man halt sensibler!
Ja, solche Typen machen doch Spaß! Was waren das denn nun für Fraggles? Meine Erfahrungen mit den Bauleitern waren bei meinen wenigen Baustellenbesuchen meist eher positiv und die Herren in der Regel sehr offen. Bei der letzten Weichentauschaktion in Oldesloe durften Hatti und ich uns auch alles aus der Nähe anschauen und sogar vorbeifahrende Züge vom leeren Schotterbett aus knipsen, wir wurden sogar geradezu dazu gedrängt, nach dem Motto „seltenes Motiv“…
Interessant wäre ja jetzt die Version gewesen die Aussage, das sei „Bundesbahngelände“, heftigst zu negieren und man deshalb gar nicht verbotenes betreten könnte. Ob diese Tiefbegabten jemals drauf gekommen wären, das es die Bundesbahn seit Jahrzehnten nicht mehr gibt ?
@Gunnar
Versteh ich auch alles nicht. Bislang waren die vort Ort auch alle sehr nett und gaben reuchlich Auskunft und Tipps… vsl ist nur was anderes schiefgelaufen und der BIG Boss mit dem SMALL P. war etwas ausm Gleichgewicht…
Ich hab’s in so nem Fall schon mal drauf ankommen gelassen und auf die Budespolizei gewartet.
Und das hat sich dann auch gelohnt. Den Anschiss hat der Kleinlokführer auf seiner Werks-Köf gekriegt. Und das nicht zu knapp.
Ist aber schon ein paar Jahre her. In Dahlbruch. Bei der Firma Eisenbau Krämer.
Die führen sich da auf, als würde ihnen der Ort gehören.
Tut er aber eben nicht.
Straßen sind immer noch öffentliches Gelände.
Aber solche Vorfälle häufen sich letzte Zeit, man wird auch schonmal aus der Lok unverhohlen bedroht. Neben den ganzen Lichterspielchen, Rollo runter, Bügel ab, Warnweste an am Dampfer und sonst was noch alles…
Das vermiest einem schon den Spaß ein bißchen.
Auch wenn man’s nicht wahr haben will.
Löwenzahn, Schmetterlinge, alte Burgen und Wolken wehren sich nicht.
Und manchmal gibt es sogar Menschen, die sich freuen, wenn man ein schönes Bild mit ihnen macht.
Da brauch ich den bunten Plastikschrott gar nicht mehr so dringend…
MiBaOne:“Und manchmal gibt es sogar Menschen, die sich freuen, wenn man ein schönes Bild mit ihnen macht.“ Stichwort 1414 … ;-)