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Die Ja-nein-vielleicht-doch-Parade mit Sahnehäubchen

Ein Tag mit langer Vorgeschichte, um mal zu erzählen, wie viel Vorarbeit das manchmal ist. Das Wenigste klappt von allein. Leider.

Bereits Anfang des Jahres werde ich über den Verkauf der zuletzt durch DB Cargo eingesetzten Loks 247 904 und 906 an die Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) informiert. Die Übergabe der Vectron DE soll im Mai stattfinden, aber ich versuche gleich hinter den Kulissen in die richtige Richtung zu lenken: PARADE! als Fotoauftrag.

Doch dann wird es wie so oft aufwendig. Die Loks laufen am 7. Mai von München nach Wittenberge, sollen aber in Wittenberge und Meyenburg parallel beklebt werden. Beide an eine Platz möglich? „Schwierig“ lautet die Antwort. Ich werde grummelig und interveniere mal auf oberer Ebene. Begleitend kommt raus, dass eine Lok bereits am Donnerstag für einen Mieteinsatz bei Spitzke nach Baden-Württemberg abrollt. Und an der anderen schraubt Siemens. Der Zeitslot wird eng.

Montags erneute Abstimmung: Lok wird aus Meyenburg überführt, Mittwoch Parade. TOP! Nun fehlt nur noch der Einsatz in der Prignitz. Zunächst kam ein „Nein“ dazu. Weitere Telefonate erfolgen ohne Erfolg. Parallel sorgt ein Lokproblem kurzfristig für den ersten Einsatz: Aus Meyenburg kommend bespannt die 906 einen Containerzug ab Falkenhagen. Doublegrrr, denn hätte man das gewusst, wäre ich Montag schon hin. Erster Vectron DE Einsatz und vorerst letzter Container ab Falkenhagen. DAS hätte was gehabt. Bloss jetzt beherrschen und keine grumpy Mails versenden und womöglich den Mittwoch gefährden ;-)

Die Wiedergutmachungsnachricht am nächsten Tag wird von der charmanten Longina überbracht: Prignitzeinsatz. Einmalig! Ich werd‘ verrückt! Sonja ermöglicht mir den Termin Dank Arbeitstagverlegung.

Die wegen der Fotostellenplanung (kurze) Nacht verbringe ich auf dem Gästesofa, denn die Familie soll ruhig weiterschlafen wenn ich losziehe. Klingelidingi um 4:30, kurz vor 5 bin ich schon auf der Piste.


Touchdown Perleberg um kurz nach 6 mit riesigem Vorhang vor der Lichtquelle. Uaaaaaaaaaaaaaaaarg!


Während der vorausfahrende RE noch unterbelichtet im Schatten vorbeizieht sorgt der bekannte Prignitzwind für pralle Supermorgensonne auf die Vectron-Garnitur. Aaaaaaaaaaaaaaaaaah! Parallel liegt Kumpel Ingolf einige km südlich noch in den Federn, weil es bei ihm regnete. Tja, wär er mal los…


Die nächste Kreuzung nutzend ziehe ich gemütlich vorbei und hab das Stängli bei Pritzwalk aufgebaut als es hupt.


Die Standzeit nutze ich für weitere Motive. Parallel muss ich leider ein zunehmendes Rumpumpel (Aufregung? Infekt?) in unterer Rumpfhälfte feststellen. HILFE!


Bei der Ausfahrt ist das Seitenlicht schon schwach, aber ich wollte markante Prignitz-Motive.

So, nun erst mal Druck vom Schlauch lassen, denn wegen Baustelle bekomme ich den erst mal eh nicht mehr.


Erleichtert (meidet den Busch am Fotopunkt bitte ;-) gönne ich mir den LVT von Meyenburg und mache zum Kronotex nach Liebenthal.


Dort sollte eigentlich kurz nach 8 Ausfahrt sein. Es rumpumpelte (dieses Mal nicht in meinem Darm) aber erst um halb 9. Es orgelte auch ein offensichtlich ortsunkundiger und unvorbereiteter Kollege aus Frankfurt umher, der sich wohl über die nicht anwesende V 200.1 ärgerte ;-)


Mißglückte Kommunikation (Daumen hoch = „Super, bitte stehen bleiben“ und nicht „Bitte schnell weiter“ – aaaaaaaarg) sorgte für eine etwas zu zügige Weiterfahrt – Notschuss.


Hab es da leider nicht mehr auf die andere Gleisseite geschafft – egal!


In Wittstock ist das Gerüst am Bw weg und ermöglichte so diese hübsche Aufnahme.


Fotowolke 1 – aaaaaaaaaaaaaaaaaaarg!


Die Holzwagen wurden platziert und die Lok rollt hier gen Mittagspause.


Zeit für einige Portrait- und Detailaufnahmen bei stetig wachsender Wolkenmenge. Ich ziehe weiter nach Pritzwalk.


Hier hätte ich gerne einen VT mit Sonne gehabt. Gab aber zwei Mal Wolkenschaden. Öff.


Zwar mit Wunschmotiv aber nicht mit voller Ausleuchtung. Die Kollegen am Ortsblick hatten volle Wolke und somit noch weniger Glück.


Hätte ich bloss mal den Seitenschuss gemacht…


Sonnentechnisch voll in die Hose ging leider die Einfahrt Rosenhagen.


Den richtigen Riecher hatte ich in Weisen am Pferdehof bei voller Sonne. Einen Pferdehof weiter war Schatten berichtete man mir.


Aufschlag im Bw. Lok 2 noch in der Halle unter Siemens-Befrickelung. Uh, blöde. Telefonat – ja, ginge gleich los. Also warten. Laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaage warten. Zufällig kommt auch EGP-Chef Tenisson vorbei („Arne, Du bist ja ein richtiger Eisenbahnfuzzi“) und wir amüsieren uns über Frisurentrends (Er = Glatze; Ich = ein Jahr nicht kürzen lassen) und allemöglichen Krams.

Lok 1 rollt nach einer Stunde (!) Rangiererei ins Bw vor den Schuppen. Motor aus. ???? Ich gleich hin, Lage erklärt. ???? auf der Gegenseite. Mehrere Telefonate. Lok wieder an, umrangieren. Motor aus. So, nun die zweite. ???? auf der Gegenseite. Ei klar, mannomann. Lok wieder an und zurück zum Schuppen, die zweite, noch nicht fahrfähige Lok abholen. Mannmannmann, gut, wenn man den Chef kennt.


Zwei Stunden nach Ankunft sieht es dann E N D L I C H so aus wie gewünscht. Licht an, Feuer frei.


Rund 200 Bilder werden gemacht. Alle zufrieden.


Wenige Stunden später werden die beiden wieder getrennt.


Neue trifft Dicke. Fotos von der Lokmannschaft, Geld für Kaffekasse, schnell ein paar Vorabfotos an die Verantwortlichen und los.


Glück habe ich bei der Heimfahrt, denn gleich drei Staus erschwerten der Gegenrichtung das Vorankommen.

Tagesfazit kurz & knapp: Alle zufrieden!

  1. 22. Mai 2020, 22:08 | #1

    Toppiditopp!´cause he´s the professional!

    Aber wo ist das Fotto von Longina?!

  2. 22. Mai 2020, 22:46 | #2

    Toller Tag! :-)

  3. 23. Mai 2020, 21:15 | #3
  4. 24. Mai 2020, 04:40 | #4

    Das Vectron DE / Smartron EGP Reklame Design gefällt mir nicht.
    Aber Du hast ein paar sehr schöne Motive eingefangen.

  5. 24. Mai 2020, 05:16 | #5

    Klasse!

  6. Keti
    24. Mai 2020, 10:40 | #6

    Tolle Beute für den Wolkenhimmel. Erinnert mich an eine Tour in der Heide im März, wo es nicht so gut klappte…

  7. 24. Mai 2020, 10:49 | #7

    Was für ein Gehühner, aber es hat sich gelohnt. Und gliech so nervös, dass sich ein Reizdarmsyndrom ausbildet? ;-)

    Aber ein bis zwei Stunden warten ist doch im Güterverkehr normal. Hatte ich die Tage auch: „Wir fahren nur kurz zum Bahnhof (1500 m weit weg) und holen einen Wagen. Kommen gleich wieder.“ Rund 90 Minuten später waren sie wieder da…

  8. 24. Mai 2020, 11:36 | #8

    Schöne Betriebsbilder, besonders um halb neun (wo auch immer das ist) und in Wittstock. Auch wenn der Aufbau der Parade Chaotisch war, der Erfolg gibt dir Recht – tolle Aktion.

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