Doch noch mächtig Bruzzel
Schon wieder der letzte Tag hier :-( Eigentlich wollte ich ja schon um halb 8 starten und das lange geplante Motiv am Einfahrsignal Labin machen, aber irgendwie bin ich dann doch zu müde. Beim Einpacken fällt mir auf: „Wo issn eigentlich das Stativ?“ *schreck*. Jessas, das steht noch in Labin! Oha, muss ich nachher mal schauen!!! Grrrrrrrrrrrrrr, Dusselarni. Immerhin lese ich im Internet, dass der für heute geplante 10-16 Uhr-Streik abgesagt wurde. DAS wär´s ja noch gewesen…
Nach ausgiebigem Frühstück „on open air“ – der Magen scheint wieder zu „funzen“ – geht es dann knapp eine Stunde nach Plan los. Als ersten Stop habe ich den Blick in Bakovici mit der Kirche im Hintergrund vorgesehen, den ich die vergangenen Tage nie geschafft habe.

Vor Ort angekommen rückt grade ein Mähtrupp an, der sich an meinem eigentlich geplanten Standpunkt zu schaffen macht.

Die ganze Gegend knattert – die Hölle für Videofilmer!

Eigentlich gut, denn so kraxele ich den Hang hoch – gefällt sogar deutlich besser!

Der Hauptschuss, hab ich irgendwie noch nie woanders gesehen bisher.

Auf dem Weg zum Esig Labin noch ein Schuß durch das Tal auf die Steigung. Rechts ist noch der weitere Verlauf der Strecke zu erkennen.
Vor Ort in Labin angekommen beginnt die Sucherei nach dem Stativ. Wo hatte ich das denn hin, zapperlot! Auf einmal kommt vom angrenzenden Hühnerstall ein alter, verknautschter Opi um die Ecke – in der Hand mein Stativ. Juhuuuuuuuuuuu! Wir verstehen uns zwar nicht, aber er erkennt wohl meine Freude. Finderlohn wird abgelehnt. Hier ist man ehrlich ohne Gegenleistung – das gefällt!

Bei der nachfolgenden Aufnahme versemmele ich irgendwie die Tiefenschärfe – warum auch immer. Grrrrrrrrrrrrrrrrrrr

Kurzer Spurt, Funkstation und Esig-Vorsig Labin sind dann auch endlich im Kasten!
Ein Stau vor Split verhindert leider das geplante Bild vom Fußgängerüberweg in Solin. Tja, was nun? Nächster Zug in *gähn* drei Stunden. Ich mache noch einen Abstecher Richtung Stadt. An einer Ampel ein Pulk Moppedmänner mit WW und LM. Ich quatsche sie an und wünsche gute Fahrt. Peoples aus der Heimat – hier – klasse!

Eine 2132 hat am Wagenwerk Dienst, bewegt sich aber nicht… Weiter will ich auch nicht in die Metropole vordringen, noch mehr Stau, Huperei & Co brauch ich nicht unbedingt.

Generell ist Split Predgrade ein Kleinod: Teilweise sind die Anbauten wohl als Wohnhaus genutzt, es hängt Wäsche vor dem Fahrdienstleiteranbau, nebenan wohl eine Art Verwaltungsgebäude der HZ, verstehe leider nicht, was das angebrachte Schild „verrät“. Ein Wachturm (?) trägt Werbung für die Mittelmeerspiele 1979.
Ich entscheide mich für eine Entspannungsfahrt an der Küste lang, das hat uns ja letztes Jahr schon so gut gefallen.

Wie immer ein Highlight ist die Stadtansicht von Primošten – das will ich irgendwann mal ausgiebig anschauen!
Eigentlich will ich ja noch mal nach Razine, aber da ist das Licht noch nicht rum.

Also entscheide ich mich für den Hafenblick kurz vor Sadine – ein Klassiker.
Jetzt schnell hinterher, will mir das Viadukt nahe dem Haltepunkt Dabar noch geben. Das müsste voll im Licht sein. Finde aber die Zufahrt nicht gleich und muss – vorerst – aufgeben. Durch das Unterholz kämpfe ich mich auf ausgetretenen (Ziegen?-) Wegen voran. Arme sehen danach aus wie nach einer KatzI-Kratz-Attacke :-/

Nun ist eine Stunde Zeit – es knistert neben mir und Frau Schildkröt leistet mir Gesellschaft. Voll süß!

15:09 Uhr und 100 % pünktlich rasselt der 7022 dann heran. TOP! Mein Bild des Tages!

Etwas weiter werden mir Graffity „verzierte“ Kriegsrelikte passiert.
So, nun zurück. Oha, war es jetzt hier lang oder da rein? Ich verzettele mich vollkommen und lande in einem Garten. Da wollt ich nicht hin. Die Bewohner kucken nicht schlecht. Hihiih. „Dobry Dan“ – Guten Tag – und weiter. Ich schaue mir noch ein paar Motive an, bleibe dann aber doch beim alten Plan.

Nun steht Razine auf dem Programm – DAS will ich mal mit Güterverkehr machen!
Wieder eine Stunde Zeit. Ich tanke, gönne mir ein Eis. Geil auch vor mir ein campender Caravanholländer, der gleich auf Deutsch losquatscht statt erst mal die Tante hinter der Kasse zu fragen. Pfffffffffffffffffffffffff. Gas gäbe es erst Montag wieder kommt nach 10 Minuten Kauderwelschgequatsche Kroatisch-Englisch-Deutsch raus. Na, dann halt Essengehen am Wochenende, was? Überall am Wegesrand waren mir angeworfene Grills samt aufgespießten Ferkels aufgefallen – darauf hätt ich auch heeper!
Mhhhhhhhhhhhhh, ob ich dem nächsten Zug noch entgegenfahre. Bin zu faul (hätt ich DAS gewusst) und dappele auf der Hafenbahn Richtung Wasser. Dort angekommen sieht Mr. Aufpass (in fast zahnlos) nach 48 langweiligen Dienststunden seine Chance auf Dampfablassen gekommen und gibt vollen Brülleinsatz. Tja, verstehe leider null. Kameraeinpacken senkt den Phonpegel. Was er aber will bleibt mir verborgen. Wir einigen uns auf „Split“, in welchem Zusammenhang auch immer, und ich mache via Straße wieder zum angedachten Motiv.

Ein tolles Ereignis, ein Altoranger! Hätt ich das gewusst hätte ich mehr Motive gemacht. Egal, so war´s entspannter! Die beiden rechten Gleise gehen übrigens Richtung Hafen.

Auch das Bahnhofsgebäude von „Mandalina“ ist recht fotogen. *merk*. Besetzt übrigens mit einem Schrankenkurbler.

Und zwei Bahnhofskazzis *kreisch*.
So, einer geht noch? Muss auf dem Weg zum Airport eh via Gebirge und hoffe, dass ich den PU nach Split noch bekomme.

Haut alles hin, ein letztes Mal Damm & Gebirge

Ein letzter Blick. Aus! Toll!
Es folgt ein Abendessen (Mixed Grill) in Trogir mit ausgiebigen Anderadriarumsitz. Um kurz nach 8 bin ich am Flughafen, Karre wird zurückgegeben, Bilder und GPS-Logger ausgelesen, Blogtexte geschrieben. Knapp zwei Stunden sind zu überbrücken – voll scheint der Flieger nicht zu sein. Wie immer klappt das free wlan nicht, also geht der Krams morgen Früh in Köln online.
Auf dem Weg Richtung Sicherheitscheck fällt mir die riesige Schlage vor dem Lost&Found auf. Oha, da is wohl was schief gelaufen. Der Mann am X-Ray hat eher Augen für seinen auf dem iPhone laufenden facebook-Account als für meinen Krams – sehr vertrauenserweckend :-/
Der Flug eher unspektakulät, sitze am Notausgang und kann langgestreckt mehrheitlich den Flug verschlafen. In Köln – toller Anflug über die nächtliche Stadt :-* – dann bei 10° Kälteschock. Eeeeewiges Warten auf den Koffer, grade noch so den 01:04 Uhr-Zug bekommen. Um 2 hundemüde im Bettbettbett.
Der Tag in Kroatien im GPS-Log:
Größere Kartenansicht
Schön-glimpfliches Widersehen mit dem Stativ — und ein interessanter Kontrast in Mandalina zwischen Bahnsteigzustand und dem aufwendig gefliesten Eingang/Carport.
Sehr schöne Eindrücke! Bin begeistert!
Ist ja nicht ganz meine Eisenbahnwelt, aber die Landschaft gefällt mir. Vor allem ist da SONNE und nicht nur REGEN, wie bei uns…