Prolog
Es ist inzwischen gute Tradition, dass Georg und ich die Endredaktion „des Buches“ im Ausland verbringen, wo neben nächtlichen Arbeitsaktionen tagsüber die Gegend erkundet werden kann. Ich freue mich besonders, dass der junge Papa „Schorsch“ eine ganze Woche frei bekommt. Bereits letztes Jahr hatten wir die „Adria-Häfen-Runde“ auserkoren: Triest, Koper, Rijeka.
Die ganze Sache bekommt noch weiteren „Pfiff“, als im Januar diverse Vorkommnisse die güterzugtechnisch gut ausgelastete Strecke nach Koper bei zahlreichen Bahnfreunden zusätzlich „attraktivieren“. Ich zitiere hier mal eine Mail vom Balkankenner Oli H., der bereits Ostern „unten“ war.
„In Slowenien sorgten am 30.01.14 starke Regenfälle, die in den höheren Lagen des Hinterlandes zwischen Divaca, Pivka, Postojna, bis zum Beginn des Flachlands bei Vrhnika am Boden gefroren, für katastrophale Verhältnisse. Mehr als die Hälfte des Baumbestands knickten ab, Verkehrswege wurden unpassierbar. Besonders betroffen auf der Eisenbahn waren rund 80 km der zweigleisigen Hauptstrecke von Ljubljana nach Italien mit Abzweigen in Pivka nach Rijeka und in Divaca nach Koper. Auf 72 km wurde die Oberleitung auf vielen Abschnitten nahezu vollständig zerstört. Entweder die Masten und Leitungen knickten unter der zentimeterdicken Eislast ab oder Bäume stürzten auf Fahrleitung und Gleise und rissen diese herunter. Allein der Schaden an der Fahrleitung beträgt rund 42 Mio. EUR, darin nicht enthalten sind eine Woche Zugausfälle, Mehraufwand für Dieselbetrieb und Wiederaufbau.
Erst am Abend des 06.02. verließen wieder Güterzüge den Hafen von Koper und den Güterbahnhof von Ljubljana. Alle zur Verfügung stehenden Kräfte, inkl. Militär, hatten die Strecke von allen Hindernissen befreit und die Oberleitung auf großen Abschnitten entfernt, so dass mit Dieselloks ein Notbetrieb zwischen Sezana und Borovnica aufgenommen werden konnte. Personenverkehr findet seitdem, bis auf ganz wenige Ausnahmen seit Ende April, mit Ersatzbussen statt.
Dieser Dieselnotbetrieb hält noch heute an und wird wohl noch über Monate andauern. Die Fahrleitungsanlagen entlang der Strecke und den Bahnhöfen müssen erst wieder neu aufgebaut werden. Der Abschnitt des Dieselbetriebs konnte zwischenzeitlich auf 60 km zwischen den Bahnhöfen Pivka und Borovnica verkürzt werden. Zwischen den Bahnhöfen sind erhebliche Höhenunterschiede zu überwinden, ist doch Postojna mit 582 m ü.N.N. ausgerechnet der höchstgelegene Bahnhof im slowenischen Eisenbahnnetz. Die Umspannbahnhöfe Borovnica liegen auf 299 m, bzw. Pivka auf 578 m Höhe.
Die SZ hat für den Dieselnotbetrieb alle verfügbaren Großdieselloks der 20 vorhandenen Loks der Reihe 664 zusammen gezogen. Pro Tag konnten bis zu 8 verschiedene Loks dieser Baureihe beobachtet werden, unterstützt von ÖBB und LTE 2016 (ER20). Um eine größtmögliche Zuganzahl abfahren zu können, fahren die Loks dieser Bahnverwaltungen auch die Züge der jeweils anderen EVU.“
Wie geil, das verändert die Reisepläne noch mal komplett, denn wie geil ist das denn alles??? Preview:
Die Planung der Tour wie immer ein Graus. Eigentlich war ja die Anfahrt nach Triest per Zug geplant, Tauernsperre und die Tatsache, das Mietwägen in Italien doppelt so teuer sind wie in Slowenien ließen uns nach mehrstündigen Kurswechseln dann doch zu einer Anreise via Ljubljana tendieren. Mehr dazu in Kürze in diesem Blog.
Ich bin auf die Bilder sehr gespannt.