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Rumänien 2026 – der Abräumer inklusive Muddis überall

Haaaaaaaaaaa! Heute ist der große Tag! Also hoffe ich… Um sieben bin ich schon auf Achse und habe folgenden Plan: Da die Motive dann perfekt liegen geht es morgens nach Matasari und nachmittags nach Motru und dann ab nach Craiova. Denn dort stehen ja morgen geschäftliche Dinge an. Kraftwerk Turceni mit Betrieb skippe ich, läuft ja noch bis 2029.

Wetter ist Bombe, folglich meine Laune wieder besser.

In Matasari pirsche ich mich heran – mal ausloten, wie die so von der Laune sind. Die Weichenwärterin verweist mich an den „Chef“ und der freut sich, nach acht Jahren mal wieder englisch sprechen zu können. Bahnbetrieb sei erst in zwei Stunden (GRUNZ), man habe also Zeit. Also wird erst mal allgemein mit ihm gesmalltalked im Büro, es gibt Zigaretten und Kaffee. Ihn interessiert Deutschland, hier sei alles Kacke wegen „Ursula“ (von der Leyen) und ihrem Ökoshit.

Ach, ob ich mal sein Auto sehen wolle. Klar. Ein getunter 20 Jahre alter Dacia Logan Diesel in blaumetallic, mit Breitbau und Sportauspuff. Da eh nichts zu tun ist (wie so oft in der Region) kommt gleich die ganze Mannschaft heran und „Chef“ dolmetscht. Ich besichtige dann insgesamt acht Autos, darunter mehrere Audi A4 älteren Datums und zwei Golf II mit jeweils mehr als 300.000 km – aber in Topzustand. Eine lustige Runde. Der Oberboss muss auch noch besucht werden. Und sein Skoda Karoq ;-) Der Bigboss residiert im nur halb belegten dritten Stock eines schrottigen und in den unteren Etagen leeren Verwaltungsbaus. Irre heiß dort oben :-/ Auch hier lerne ich die Mannschaft / Verwaltungsmuddis kennen.

So langsam macht sich die Lokmannschaft bereit (jede Lok zweimännig besetzt – logo!) und ich kann mich kaum loseisen. „Nächstes Mal aber mehrere Tage, nicht so hektisch, okay?“. Mal schaun. ;-) Lichttechnisch natürlich jetzt alles nicht mehr so prickelnd, aber egal.

Ein irre langer Zug wird umrangiert und im Sandwich mit Faur-Loks (keine Kutter, määääääääääh) bespannt. Nun wird es hektisch. Man will mich wohl beeindrucken. Gehupt wird in Rumänenmanier auch eeeeeeeeeeeeeeetwas viel. Kennt man ja von Youtube.

Jilt Nord muss dann irre viel rangiert werden und ein Tagebau-BÜ wird blockiert. Ein Lkw-Fahrer kurz vor Flippo, da der Zug eeeeeeeeeeeeeeeeewig steht – sicher 20 Minuten. Ein Traktor fährt irgendwo aus dem Tagebau kommend gen Supermarkt. Ich besichtige noch kurz die interessante Seilzuganlage, schaue dem Rangieren etwas zu – irre Hitze, ächz – und verfolge den einen Zug noch bis zum CFR-Übergabebahnhof.

Über die bekannte Rüttelpiste geht’s dann gen Motru und gleich zum Ladepunkt. Zug steht abfahrbereit – ha! Komplettes Sonnenlicht mag ich mit der Drohen nicht abwarten, also gehts zur Stelle 1. Die klappt einwandfrei, wie auch Nr. 2 und Nr. 3. Sooooooooo viel mehr gibt’s da auch nicht… ich schaue mich noch was im Werkbahnhof um. Die östliche Weichenmuddi im quadratischen Format ist ganz hin und weg ;-) Es muss sogar ein Selfie gemacht werden mit ihr („ah, Hamburgoooooooo“). Naaaaaaaaaaaaaaa gut. Am anderen Ende des Bahnhofes gibts hingegen kurz darauf Gemecker und Polizeiandrohung. Naaaaaaaaaaaaaaa gut.

Für einen knackigen Snack fahre ich noch mal gen Mine, wo eine LDH125 stecken muss. Foto 1 nach längerer Warterei leider Fotowolke, der Rest klappt. Es gibt am befeierabendeten Bw noch mal Fotos der umgeparkten Loks und eine lustige Google Translate-Kommunikation mit einer Chemikerin, die Beprobungen durchführt und in einer hübsch hergerichteten Baracke neben dem runtergekommenen Bw lebt (siehe Foto).

Da es keine Streckenfahrten mehr geben soll breche ich dann auf. Das Kraftwerk Isalnita ist ja leider seit Ende 2025 schon zu, ein Foto der dort stationierten halben 060DA-Doppelok also nicht mehr möglich. Wachmannschaft patroulliert und Lokschuppen zu.

Etwas außerhalb kann ich an einem unbeschrankten (!!! Hauptstrecke!!!) BÜ einen Güterzug der CTV abgreifen. Nebenan hat ein lokaler Bauer (mit uraltem und zigfach geschweisstem VW T4) seine Gemüseplantage. Auch hier wieder eine lange und interessante Unterhaltung via Google. Hat wohl den Großteil seiner Ländereien verkauft, da großflächig PV als Ersatz für das Kraftwerk „gepflanzt“ wurde. Nun sei er reich und in seinem Örtchen der King. Glücklich scheint er schon mal zu sein.

Ich lande im „Hotel Relax“ (315,58 RON) mit irre günstiger und nach dem hitzigen Tag bald leerer Minibar (alles für 1 oder 2 EUR). Und Telefonbuch von 2016 – Muhaarrrrrrrrrrr.

  1. 15. Juni 2026, 11:06 | #1

    „Iiiich Hamburgooo, Reeperbahnooo …“

  2. 18. Juni 2026, 17:56 | #2

    Eine 060DA als Doppellok…. Das ist ja sehr interessant.
    Interessante Einblicke in das rumänische Leben und Arbeiten.

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