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Rumänien 2026 – Regenorgler mit Google Maps

Irgendwie war es nachts nicht richtig abgekühlt und ein sattes Gewitter für den Vormittag sowie nachfolgend Ätzwetter gemeldet. Ich hatte ja schon nach früheren Flügen geschaut aber preislich natürlich ätzend. Okay, also durchziehen!

Ich will morgens mal einen Besuch im Bw Pite?ti versuchen, brauche aber mehrere Anläufe im Einbahnstraßengewirr, bis ich die richtige Einfahrt treffe. Mit Google Translate bahne ich mir den Weg bis zum Chef, der sich über internationalen Besuch sichtlich freut. Ein erstaunlicherweise sehr gebildeter Bursche, mit dem es sich vorzüglich über Wasserstopffzüge, Hybridloks etc fachsimpeln lässt. Innotrans wäre er JEDES Mal. Ein Foto wäre das Büro wert gewesen – wie in den 1980er Jahren – u.a. mit Wählscheibentelefon. Da es draußen inzwischen wie aus Kübeln gießt gibts nur ne kurze Lokschuppenrunde mit Handy. Einer der Malaxa ist angeblich an einen Bahnfan aus Deutschland verkauft, Name sagte mir aber nichts. Mit Abstand das interessanteste Gespräch der Reise – über eine Stunde – und ich erfahre viel über die politische Lage des Landes und die staatlich verordnete betriebsfähige Vorhaltung der rund 40 abgestellten Fahrzeuge. Im Kriegsfalle, man beachte dass Rumänien an die Ukraine grenzt, sei Diesel einfach sicherer. E-Traktion würde bedeuten „Bombe in das Unterwerk und schon stehe der Verkehr“ – mal einfach zusammengefasst. Wie verabreden uns mal „für demnächst“.

Okay, was nun? Ich tuckere weiter nach Bradu de Sus, ehemals Übergabebahnhof der großen Raffinerie Arpechim. Bahnhof voll mit alten Güterwagen, natürlich besetzt. Wir „unterhalten“ uns etwas über Google Translate. Als ich gehen will kommt mir ein Polizeiwagen entgegen und ich werde gefragt was ich hier will. Der junge Geselle ist aber eher positiv überrascht und ich muss mir noch die Polizeidienststelle (Bild 2!) anschauen, während der Kollege an seinem Privat-Pkw den Keilriemen wechselt.

Es regnet sich ein, ich grüble und mir fällt ein, dass ich ja eine Google Maps-Karte mit Werkloks habe. Wer hat das nicht ;o)? Und drei liegen auf dem Weg gen Südosten. Auf dem weiteren Weg missglückt übrigens die Überquerung des Arge? in C?teasca wegen defekter Brücke, was mir einen satten Umweg beschert.

In Leordeni ist beim Altmann-Terminal nichts los – immerhin sorgt das Foto für einen Lacher in der Firmenzentrale („Du? Da? Warum?“). Die angepeilte Werklok ist auf einem einzeäunten und verlassenen Firmengrundstück, das mittleweile auch den Gleisanschluss eingebüßt hat. Leider viele Kameras, also umrunde ich das Gelände mehrfach und wage in einer Regenpause – nach 1 h – ein Drohnenfoto, nachdem ich jemand beim illegalen Müllentsorgen aufgeschreckt habe. Eindringen zu Fuß war mir zu riskant.

Das Vorsprechen beim Stahlhändler in G?e?ti bringt nichts, ein längerer Fussweg in praller Hitze zur Bahneinfahrt lässt ein Foto durch den Zaun zu. Weitere Verhandlungen mit dem Wachpersonal scheitern ebenfalls.

Da die weitere Vorhersage ebenfalls schlecht – also niks „Noch mal nach Fieni“ – will ich weiter gen Haupstadt. In Titu komme ich 5 Minuten nach dem Taktknoten (ARG!!!) und erhasche grade so einen Desiro. Im prall mit ex DSB IC2 gefüllten Bw der Astra Trans Carpatixc scheitere ich ebenfalls am Wachmann und fahre dann weiter zum bekannten Spot Chitila am Stadtrand. Da kommt sogar vor dem großen Gewitter noch mal länger die Sonne raus und es wandern gut 30 Züge in anderthalb Stunden auf den Chip. Unter anderem auch 40-0079, heute Vest Trans Rail, die ich vor über 20 Jahren mal in Schwerte als KEG-Lok fotografierte.

Hotelsuche = Chaos. Habe nichts vorgebucht. Erste Adresse ist ein Bungalow, der nicht wirklich überzeugt. Bei der zweiten Adresse ist niemand, so dass ich unter Aufnahme eines Abendessens wider zurück gen Buftea rolle, um im Mihai Palace für 50 EUR einzuchecken. Wohl eher ein Veranstaltungsort, aber Zimmer sind TOP. Bezahlt wird per Überweisung auf das Konto der Frau am Tresen. Naja… Kurz darauf knallt ein ordentliches Unwetter durch, aber die Abkühlung fühlt sich gut an.

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