Die Heimat der Xilographie
So, heute folgt der nächste Teil der kurzen Rückreise, der ja eigentlich schon gestern geplant war. Witzigerweise haben wir zwei Konstanten: Clemens Schumacher und Infraserv.

Ja, genau hier beginnen wir auch. Der in Bonn Beuel agierende Fahrdienstleister Clemens Schumacher, der sich XILO nennt, sorgt vor über zehn Jahren für Furore: Mit der damals noch mit arger Auslöseverzögerung versehenen Digiknipse dokumentiert er den Bahnbetrieb. Oftmals kommen ihm da tolle Fuhren vor die Linse, die aber in gleicher Häufigkeit wegen der Auslöseverzögerung nur halb zu sehen sind. Aber irgendwie schafft er es zum Kult, man spricht ab nun bei mit Auslöseverzögerung gepeinigten Bildern von „Xilographien“. Er investiert in teuerstes Equipment, die Bilder bessern sich aber grade motivlich nicht. Zwischendurch vernichtet wohl ein Computercrash sein komplettes, ungesichertes Archiv. Inzwischen hat Clemens seinen Stellwerkerjob geschmissen und wechselt zu gegenüberliegenden RSE, um Lokführer zu werden. Und wie wir ja von gestern wissen schafft er nun bei InfraServ.
Tja, leider kommen in den gut 20 Minuten an der Stelle keine Südfahrer, also bleibt es bei dem oben gezeigten Nachschuss. Ich rappele dann mit meinem Köfferchen zur RSE, wo der neue Chef – zuvor u.a. übrigens bei Infraserv tätig – zur Audienz gebeten hat. Natürlich dengelt es in den zwei Stunden dann nur so vor Güterzügen auf der Rheinschiene – aaaaaaaaaaaaaaaarg.

Blick in die nun mit adäquaten Hebeböcken ausgerüsteten und massiv entmistete Werkstatt.

Aktuell die einzige betriebsfähige Lok der RSE! Haarsträubend runtergewirtschaftet!

Das Werkstattgeschäft soll nach Wunsch „des Neuen“ massiv ausgebaut werden.

Zurück am Bahnhof kann ich noch diesen Südfahrer mitnehmen, der allerdings etwas ungeplant wegen ins Bild fahrendem Auto nach links gezerrt werden muss.
Wie geplant bin ich dann irgendwann in Neuwied. Da wir die SBB Cargo International-Fuhr in Bad Hönningen überholt haben lege ich noch einen kurzen Stopp am Bahnhof ein und hoffe.

Ach, das mit Infragrenze BEG wusste ich noch gar nicht…

Doch so ein Salat, es kommt in 20 Minuten nur diese Lz der Railflex 212 039 längs, die am Vortag eine CFL cargo-Lok nach Süden gebracht hat [Link].

Der Tag wird dann mit Vaddern verbracht, der mich dann am Abend gen Montabaur gurkt. Dort kann noch schnell die ESG 1 festgehalten werden.

Oha, da kommt niks Gutes oben an.
Keine 2 Minuten später: Gewitter, fetter Hagel, bald ist es überall weiß wie im Winter :-o Dazu gab es horizontal fliegenden Regen, die paar wartenden Fahrgäste haben sich dann im Aufzug untergestellt.
Der ICE nach Köln kommt mit +10. Scheiss, das kostet den Anschluss. Wir werden vorgemeldet. In Kalk dann die Nachricht, dass auf der Brücke ein Zug liegen geblieben sei, u.a. könne der ICE nach Berlin nicht warten. Okay, also komme ich nicht mehr heim. Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. Wir fahren dann doch problemlos bis in den Hbf, der Anschlus wird ohne Rennerei erreicht.
In Hannover droht erneutes Ungemach: Wir verzotteln ab Bielefeld total viel Zeit, DAS wird knapp mit dem Umstieg. Mehrere Reisende aus meinem Wagen müssen nach HH, es wird vorgemdeldet. In Hannover dann die Info: ICE nach HH könne nicht warten, man solle eine Stunde später fahren. Geile Info, wenn der Zug genau dann anfährt wenn man einfährt. 60 Minuten nach 22 Uhr in Han(g)over rumzustehen bei geschlossener Lounge is ein super Plan. Für mich kommt er ja eh nicht in die Tüte, denn ich bekomme ja in Lüneburg den letzten Zug nicht mehr. Der vom Schaffner genannte alternative Zug fährt nur an Sonntagen, die Auskunft ist somit wenig sinnstiftend.
Am Infopoint wartend – nun muss es Taxi oder Hotel geben – findet sich ein Grüppchen aus Mitleidern, die ebenfalls nach Razzi und Lübek wollen. Die DB-Typies vor Ort sind unkompliziert und schnell. Keine zwei Minuten später steht da ein Großraumtaxi, das uns aufnimmt. Tingeltangelbob ist am Steuer ;-) Er müsste noch erst tanken. GUT! Dann können wir noch mal Pipi & shoppen. Die Runde im bequemen VW Bully ist lustig. Ich tippe nebenbei noch Zeitung, nach einer knappen halben Stunde razzen wir aber alle weg.
Touchdown RZ knapp 30 Minuten nach Plan. Rudn 380 EUR hätte das gekostet wenn wir selbst und so…. Danke Bahn!
Sachen umladen – war nett mit Euch, kommt gut heim!
Fahr mit der Bahn, da erlebst Du was… :-) Immerhin einigermaßen pünktlich zu Hause…
Werkstattgeschäft? In der kleinen Butze? Na, wenigstens ist es da jetzt aufgeräumt. Die Kombinationen RSE erklären ansatzweise, warum die Köf von InfraServ in Bonn gemacht wurden und nicht bei InfraServ in Wiesbaden. Aber auch nur ansatzweise…
@Andreas
Nein, das ist wirklich Zufall. Fakt ist aber, dass RSE das EVU von Infraserv Logistics ist – daher weht der Wind.
Ich will so etwas nicht hören – nicht so dicht vor meinem Deutschlandpass… ;-)
@Carsten
Ach – gibt es da eine Neuauflage :-O?
Mensch, das erinnert mich an die grausamen Erzählungen des Herrn CKB, der selbiges Erlebnis ab Samstag erneut durchmachen möchte…
Danke für einige Infos von Xilo, die für mich neu waren… ich dachte, der arbeitete früher als Stellwerker in Königswinter? Aber „Bonn Beuel“ ohne Bindestrich ist ja ein NO-GO!