Der Vielfraß
Uuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuurgs geht heute der Wecker früh. Aber ich hab ja auch ne ganz schön lange Tour vor mir.

Giesensdorf wird bei schönem Sonnenaufgang gegen 7 Uhr verlassen. Der weitere Weg ist beschwerlich. Nach kurzem Autobahnstück geht es dann wieder fast 2 Stunden über Landstraße weiter. Mit etlichen Lkw. Au mann… Aber: 2 „Käsebrötchen spezial“ (mit Speck) aus Perleberg halten mich bei Laune. Nein, das erklärt nicht den Blogtitel! ;-)

Kurz vor knapp erreiche ich mein Ziel: Niedergörne im Niemandsland nördlich von Stendal.

Vor der arrangierten Werksführung gibt es ausführliche Infos zum Werk und – das ist viel wichtiger – den Transporten auf der Schiene. Denn diese brachten dem Zellstoffwerk den Namen „Vielfraß“ ein, wegen der immensen Mengen Rundholz, die da reingehen. Nebenbei war der Blick aus dem Tagungsraum möglich – dank Fisheye passt beinahe das ganze Werk drauf. Wer sich weiter informieren will -> daaaaaaaa gugge.
So, Helm abholen, Schutzbrille & co. Dann geht es los. Bilder machen durfte ich nur im Freigelände, bitte diese nicht weitergeben.

Ahaaaaaaaaaaaa, das ist mal adäquates Gerät.

Und schwupps den Holzhackschnitzelcontainer gepackt.

Und ab damit ins Silo.

Zwei bewegliche Schnecken befördern das Material dann auf´s Förderband.

Blick von oben. Links sind die riesigen Hackschnitzelhalden zu erkennen. Unter dem spitzen Dach links lagert man übrigens die Rinde, die im eigenen Biomassekraftwerk verbrannt wird.

Snizzels.
Es geht weiter im Werk. Gleiswaage und „Chemiebereich“.

Blick auf die Hackentladeanlage. Der Rundholzwagen ist vor den Seilzugwagen gespannt, da dieser die Containerwagen sonst nicht weit genug vorgeschoben bekommt.

Hier kommen benötigte Kesselwagen an.

Das Rundholzlager wird von drei Holzgreifern regiert, die ohne Unterlass die Stämme in Richtung Hacker bringen. *spread*

*grabsch*

Uuuuuuuuuuund ab Richtung Förderband *cronch*.

Zwei der Kerle!

Einer der nächsten Stopps nach der Produktion ist das Zellstofflager.

Mercer ist deren Brand – dicke Ballen – ganz schön schwer!

Das ganze von außen. Der meiste Zellstoff geht per Lkw weg. Mit der Bahn ährt ZS nach Hamburg, Neuss, Kehl (alles OHE Cargo) sowie Augsburg (DB Schenker Rail).

An der Wageninstandsetung haben sich einige Mannen der LTH postiert.

Ein verzogener Container wird instand gesetzt.

Vor der Stellwerksbesichtigung muss auch noch ein Zug aufgenommen werden.

Gunters Buben sind auch anwesend.

Grade im Testeinsatz ist dieses „Zweiwegedingens“, das aber nicht sehr beliebt ist („riecht nach verbranntem Gummi bei hohen Lasten“).

Und noch mal Fotostopp am Stellwerk. Man beachte den Schatten – leider eben erst entdeckt…

Sogar einen Hafen hat es. Mit dem eigenen Schubverband fährt ZS Zellstoff nach Hamburg.
Interessantes Detail ist übrigens, dass das Elbwasser bei Planung des Atomkraftwerkes damals zu schlechter Qualität war. Deswegen hatte man eine Brauchwasserpipeline bis an die Havel gebaut.

Besichtigung der Lokwerkstatt. Diese gehört übrigens wie ein Großteil der Strecke nach Stendal der Stadt Arneburg.

Innendrin wartete die zweite G 6 auf Arbeit. Bei ZS ist man mit den Maschinen sehr zufrieden.

Weiter im Takt bei den ZS-Leuten.

Bei Abreise kann ich noch diese Lasterparade mitnehmen.

Und beim Wenden die in Kürze abrollenden V 22 von ZS.

Gruselig sind die Reste vom Kernkraftwerk – muss ich mich beim nächsten Besuch mal ausgiebiger kümmern.

Im Werksbahnhof stand raildox 76 102 nun besser in der Sonne. Die SETG V 1700.2, bei der Hinfahrt fast im Licht hat mittlerweile einen Zug nach Borstel gebracht und steht aber nun blöde im Schatten. Bild spar ich mir.
Sooooooooooooooo, weiter geht es im Takt.

Volles Haus bei Alstom. U.a. sind zwei 293er von LogServ zur HU hier. Cool, gar nicht mitbekommen.

Nebenan werden einige alte Hallen für einen Neubau plattgemacht.

Alte Aufschriften – was auch immer das mal war.

Die BBL Logistik bekommt die letzte hier gemachte 225.

Diverse Vossloh-Loks waren auch wieder da. Das hat sich zum sehr einträglichen Geschäft entwickelt.

Die letzte von 40 gebauten 214ern war auch anzutreffen.

Die frisch HUte Osnabrückerin mit diversen anderen Kisten.

Und noch eine letzte: Die letzte 203.7 – eine Hybridlok.

Diese hier gegen nur noch zum Schrotti.

Nebenan, früher auch Werksgelände, wurden Solaranlagen angepflanzt und eine Firma hat hier eine Schuttaufbereitung installiert. Zwischendrin stehen noch einige V 100.

Diese ALS-Mietlok – ex PRESS, wie die Farbgebung verrät – steht zum Verkauf.

Und noch mal der ganze Eingangsbereich.

Ne „Dicke“ von BBL war auch zu Nacharbeiten im Werk.
Puuuuhaaaa, neuer Rekord, in 90 Minuten „durch“. Scheint aber noch die Sonne so schön :-) Also wieder raus nach Niedergörne. Der Stellwerker bescheinigt: „Also da kommt gleich ein Zellstoffzug und danach geht die DB mit den Einzelwagen raus“. „Coooooooooooooooooool“ denke ich mir und hektike los.

Um den Nordfahrer lichttechnisch soweit einigermaßen zu verarzten postiere ich mich nicht weit weg. Zwar geht eine Straße parallel aber ich hoffe auf Glück.
Ich baue das 6-Meter auf und warte. Zwei neugierige „locals“ erkundigen sich verdutzt, was ich da mache, sind total baff. Ein weiterer Knecht ruft in bester Stasi-Manier gleich die Bullen, die mich daraufhin kontrollieren, aber wieder abziehen. Achso: Kein Zug zwischenzeitlich. Unter „gleich“ hätte ich schon was anderes verstanden…

Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeendlich, nach gut 45 Minuten Wartezeit. Blöderweise keine Lokken im OHE-Outfit, aber immerhin der G 2000-Prototyp. Und KEINE Autos im Bild :-)

Da die DB sicher kurz nach Eintreffen des Gegenzuges abgeht und ich 2-3 Streckenschüsse plane, bleibt das 6er mal im Kofferraum. Der erste Schuss erfolgt am „Spiegelei“ – mittlerweile ist die Sonne ziemlich runter schon…

Querschuss ein paar km weiter.

Und der Abschluss des Tages.
Huiiiiiiiiiiii. ganz schön vollgepackt! Rund 3 Stunden dauert die Heimfahrt dann. Muss ich unbedingt im Frühjahr noch mal 2 Tage nur für die Holzzüge hin denk ich!
Um 7 Uhr aus Giesendorf und von SCHON sprechen?
Da bin ich schon seit 100 min. im Büro…
Ich frage mich auch, was hier das gefräßigste Teil war. Die Kamera hätte an dem Tag wohl auch gute Chancen. Was für eine wahnsinnige Ausbeute! Klasse!
Tolles report. Gefällt mir!
Na endlich mal wegen dem 6m angeholgert worden! Hab ich schon laaaange drauf gewartet!
Ansonsten mal wieder viiiiiel Programm! Prima!
Ob das „Rückwärts nimmer, vorwärts immer“ war ;) Interessante Sachen!
Schöne Bilder. Welche Halle wurde denn da bei Alstom abgerissen?
@Georg
Das war auch meine erste Assoziation
@Ingo
Eine der Komponentenaufarbeitung.