Tja, wie beginnen wir diese Geschichte? Es waren eigentlich sehr viele Sachen, die sich nahezu zeitgleich ereigneten. „Dickster Brocken“ war bestimmt die neue Auflage des Verzeichnisses „Europäische Privatbahnen„, das in diesem Jahr als neues Land u.a. Polen enthält. Die Arbeit an dem Werk brachte die Bekanntschaft mit Peter (das ist der links), der in ganz vorzüglichster Art und Weise die Daten beschaffte und ein tolles Ergebnis ablieferte. Und ein prima Kerl ist er auch noch – bei Eisenbahnfuzzis ja oftmals sich gegenseitig ausschließende Eigenschaften. Peter, an dieser Stelle nochmals vielen Dank! Tja, und bei der Lektüre kam dann die Erkenntnis, das man da doch mal hinmüsste, um das alles selbst zu sehen. Tja, und Peter als Kenner und Sprecher des Polnischen sollte mitkommen. Mitte August dann der Entschluss: Ende August sollte es sein – Oberschlesien.
Und eine Woche vor der Fahrt dann doch noch eine Wendung. Nebenbei erzähl ich dem Markus aka Malo, das wir auch da mal hinfahren, von wo er immer von „Gargarina“, „Kloggoschien“ und „Bogdan“ schwärmend zurückkehrte. Und: kurzentschlossen kommt er nun auch mit. Vor allem bekommen wir somit auch die laaaaaaaaaaaaange geplante gemeinsame Fototour mal hin! Tja, und ein Auto hatten wir somit auch. Wenn auch klein – aber des Malos Corsa mit russischer Aufmachung sollte uns ein guter Wegbegleiter sein!
So, Dienstreise in Hamburg beantragt, genehmigt, Fahrkarten gekauft und am 27.08. geht es gegen Nachmittag los *tusch*. Anfahrt bis Berlin läuft toll, doch dann eine SMS von Peter „Mist, Mist, Auto macht Ärger + ich komme nicht mehr nach Stettin. Fahre dann morgen früh + bin erst 17:33 in Gleiwitz. Treffen wahrsch. Hotel.“. Wei! Den Lohneisen informiert, der in charmanter Art die Lösung findet: „fahre via Cottbus und nehme Peter mit“. Alles gut!
Wie vereinbart steige ich gegen halb 7 in K?dzierzyn-Ko?le aus dem Nachtzug. Alleine, denn der Pete sitzt ja schon in malos Hobel. Bei der nachfolgenden Fahrt wird schnell festgestellt: Ich bin derjenige mit der besten Schlafbilanz, denn die beiden anderen Knechte haben eigentlich gar nicht gepennt. Tja, wird also kein langer Tag wohl ;-)
Erste Station ist PTKiGK, die mit einer gar riesigen Werkshalle und vielen vielen für zumindest mich neuen Loks aufwartete. Die hübschen Mädels in der Verwaltung sollen natürlich auch nicht vergessen werden, aber die hatte der Lohneisen mit seinem Charme fest im Griff („Wie war noch mal der Türcode?“ *ggg*).
Nach bereits vorher angekündigter Runde durch die Verwaltung ging es nach einer guten Stunde endlich auf den Hof.

Die S200er sind so etwas wie die sechsachsige V 100 von Polen. *bröbbbröbbbröbb*

Oooooh, und klasse Motive gab es da… Der Erstbesuch in Polenska brachte einige hundert neue Lokportraits in die Sammlung. Jaja, malo, ich weiss, in 5 Jahren ist das nach 25 Besuchen auch nich mehr soooooooooo spannend.

Ls 1000 – nach Peters Auskunft was Besonderes. Hübsch isse ja nicht…

Und da wurde es feucht beim Marktleuthener Fotoprofi: 311D (basierend auf V 200/M62).
Nach einem erneuten Schlenker durch die Verwaltung pressierte dann schon bald der nächste Besuch: NZTK. In einem eher rottigen Wohnblock resiedierend, wurden wir dort sehr herzlich empfangen und brachte mir die erstmalige Erfahrung wie das ist, wenn zwei Leute sich unterhalten und man eine halbe Stunde absolut nichts versteht. Und dann wird auch noch mit einem gesprochen und man versteht null und muss lächeln. Strange ist das. Aber Peter hat das ganz meisterhaft übersetzt.

Nach einige Zeit ging es dann endlich auf den Hof, wo wir auch schöne Aufnahmen im sonst nicht zugänglichen Werksgelände machen konnten.

Und eine kleine Lokparade ergab sich auch.
So, gepoofnast wird jetzt aber nicht. Zwar hatten die beiden anderen Schergen hin und wieder leichte Müdigkeitsanfälle, aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaber…

Einer geht noch: Rail Polska in Auschwitz. Achso: Vorher haben wir natürlich am greuseligen Geschichtsort Halt gemacht… Und das hier vone ist übrigens das Malomobil.

Überraschend stand bei RP eine neue Lokhalle umher, jedoch war der erhoffte Ansprechpartner nicht vor Ort. Na, dann halt auf eigene Faust.

Ui, und meine erste TEM2. Die massive Treppe an den Lokenden – das hat was!

Und der Lohneisen sagt noch: „Bursche, geh da nicht zu weit rüber“. Aber egal! Immer mehr Loks wurden im Rangierbahnhof gesichtet, die Begehrlichkeit stieg, die Hemmschwelle sank. „Sagt ja keiner was“.

Und die müssen auch noch mit: Estland-Einwanderer, die M62M-isierung erwartend.
Kurz darauf dann das eigentlich zu Erwartende: Man steuert zielstrebig auf mich zu und ich werde erst mal angebrüllt „abababb bababa prschsds babababa zegej bababa“. Tja, „niks verstähe“. Mein Gegenüber weiss sich auch nicht zu helfen. Ich probiere es mit „Niemetschka“? *kopfschüttel* „Inglisch“ *kopfschüttel*. Oha… Ich versuche es mit „Frongsä?“ *nicken*. Das ist jetzt ja mal sehr bizarr! Mitten in Polen treffe ich jemand, der NUR Polnisch und Französisch versteht. Jedenfalls ist die Sache schnell geklärt. Alles nicht so wild. Es stellt sich raus, das mein Gegenüber ein gutes Jahr in Frankreich gearbeitet hat und sogar Köln von Reisen her kennt. Mit einem Mix aus Französisch und Englisch kämpfen wir uns voran. Kurzes Vorsprechen beim Boss („preszes“). „Warnweste OK, Werkstatt OK, Rangierbahnhof Nix“. Na, damit kann ich leben.
Zurück auf dem Weg zu den anderen beiden sehe ich grade, wie diese von einem bulligen Ochrana (=Wachmann) des Geländes verwiesen werden. Na, denn auch egal. Ziehen wir ab.

Bei einer Futterverpflegung und kleinen Rumlungerei am Auschwitzer Hauptbahnhof kam einiges längs, leider nichts aus der privaten Abteilung :-/

Und weil wir das Maul nicht voll genug bekommen geht es auf er fahrt zum Hotel noch bei PCC Szczakowa vorbei.
Ein letzter Einkauf, dann weiter nach Gliwice, wo es nach dem Bezug des Hotels noch einen Happen zu Essen gibt, gegen 21 Uhr aber alle müde ins Bett fallen.